Zwei Wochenenden mit der BFE Eutin

Reportage, 30 Minuten, NDR Fernsehen
Erstsendung: Freitag, 06. Mai 2016, 21:15 bis 21:45 Uhr

Flaschen und Steine fliegen durch die Luft, Böller explodieren, die Situation eskaliert. Rund 800 Ultrafans haben sich vor dem brisanten Nordderby des HSV gegen Werder Bremen an einer S-Bahn-Station in Hamburg versammelt. Die Hamburger Polizei hat die Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit Eutin, kurz BFE, zur Unterstützung angefordert.

Im Tumult gehen die Funksprüche von Jürgen Herdes beinahe unter, er führt die Truppe an: „Wir halten das nicht! Dann müssen wir Wasser einsetzen.“ Der Polizeihauptkommissar steht in der ersten Reihe, diskutiert, lächelt und versucht im Chaos, die Übersicht zu behalten.

 

Einsätze auf Video dokumentiert

Herdes leitet die BFE – bei dem Einsatz in Hamburg sind rund 50 Beamte vor Ort. Das Team dokumentiert seine Einsätze auf Video, ist technisch gut ausgestattet und verfügt über eine besondere Körperschutzausrüstung. Auch die Bewaffnung geht über die normale Ausstattung eines Polizisten hinaus. Das unterscheidet sie von Streifenpolizisten oder „normalen“ Einsatzhunderschaften.

Die Einheit ist in ganz Norddeutschland unterwegs, wenn Ausschreitungen bei großen Menschenmengen zu befürchten sind. „Wir sind die chirurgische Eingreiftruppe, die Beweise sichern und Straftäter gezielt festnehmen soll“, beschreibt Herdes das Konzept seiner Truppe.

Angriff auf das Polizeifahrzeug

Als sich die Versammlung der Ultras vor dem Fußballspiel schon aufzulösen beginnt, wird plötzlich ein Polizeifahrzeug attackiert. Herdes gibt daraufhin den Befehl zum Gegenangriff. Während der Wasserwerfer die Menge auf Distanz hält, stürmt Herdes‘ Mannschaft in Richtung der Angreifer. Nach fünf Minuten ist der Platz geräumt – Pfefferspray liegt in der Luft. Festgenommen wurde niemand. Ob tatsächlich brauchbare Beweise gesichert werden konnten, bleibt abzuwarten.

Mit meinem Kollegen Nino Seidel, habe ich die BFE Eutin für den NDR begleitet.